Interkulturelle Mediation - Details

1. Grundlagen der interkulturellen Mediation

1.1. Erläuterungen und Definitionen

1.1.1. Mediationsstile im Allgemeinen

Was hat sich im Bereich der Mediation an Stilen im Laufe der Jahre herausgebildet? Aus der Perspektive der Mediationsarbeit in der westlichen Hemisphäre sind hier die Entwicklungen dargestellt. Ansätze aus Asien, dem arabischen Raum wie aus dem afrikanischen Raum werden wir in Bälde hier mit aufnehmen. Die Mediationsziele – also Win-Win-Lösungen, Deeskalation, Dialog der Konfliktparteien und Nachhaltigkeit sind als in der westlichen ‚Kultur’ bedeutend anzusehen.

Wenn in den letzten 40 – 50 Jahren verschiedene Mediationsstile miteinander verglichen werden, so ist damit nicht ein Vergleich von Stilen aus Europa, England oder den USA gemeint, sondern die vier Mainstream-Formen der Mediation. Es gibt sicherlich auch mehr als nur vier Formen, aber der Mainstream ist (nach Boserup) der

Diese basieren auf unterschiedlichen Wertesystemen und verschiedenen Kommunikationsmustern. Mit dabei sind Stufenmodelle wie nach Glasl, es gibt aber noch weitere Modelle wie z.B. den humanistischen oder den narrativen Stil.

Der allgemeine Stil

hat sich eigentlich schon früher, in den Sechzigern ergeben, aber offizielle Programme wurden erst in den frühen Siebziger-Jahren eingeführt. Er hat drei Zielsetzungen: zuerst Empowerment. „Empowerment“ meint dabei nach Boserup „Teilhabe oder Ermächtigung, wo eine Person oder eine Gruppe mehr Kompetenz erlangen soll, mehr Selbstvertrauen und mehr Recht. Das zweite Ziel der Mediation war, Anerkennung von Unterschieden zu erzielen. Nicht der Unterschied im Sinn von gut und schlecht, von recht und unrecht, sondern einfach Unterschiede. Das dritte Ziel war, entweder eine Einigung oder zumindest eine Art von Verständnis zu erzielen.“

Geschäftsleute und Rechtsanwälte empfanden das als eine wunderbare Idee, um ihre Ausgaben zu kürzen und Prozesse rascher abzuwickeln. Damit wurde dieser allgemeine Stil angenommen, neu gestaltet und adaptiert. Es entwickelten sich dabei zwei Varianten im allgemeinen Stil, der Rechtsanwälte-Stil (ein kommerzieller) und der therapeutische Stil (von Psychologen und Therapeuten angewendet).

Der kognitive (therapeutische) Stil wurde von Therapeuten (mit systemischen Interventionen vertraut) entwickelt, inspiriert von Psychiatern in Italien (Mailand). Wichtig schien, einen Unterschied zwischen Therapie und Mediation zu machen. So wurde die Grundlage des allgemeinen Stils aufgegeben, nämlich Gefühle als leichten Weg zur Kommunikation von „Interessen“ zu verwenden 1) . Den Stil vom Herzen näher zum Gehirn, zur Rationalität zu schieben erschien angebracht: Gefühle der Vergangenheit nicht mehr anzusprechen wurde mit der Angst davor begründet, dass sich Klienten zu sehr in ihrer Vergangenheit verlören. Perspektive war die Hoffnung auf eine Zukunft und nicht die Schau in eine unangenehme Vergangenheit. Das schien als Begründung für eine rationale, intellektuelle oder systemische Herangehensweise für einen Konflikt ausreichend.

Im Einigungsorientierten (Rechtsanwälte-) Stil mit eher kommerzieller Basis geht es leicht erkennbar um Einigung. Die Parteien wollen ernsthaft eine Einigung, der Mediator beeinflusst das Leben der Konfliktparteien positiv. Boserup erläutert dabei, dass „Mediation aber auch mit sozialer Kontrolle zu tun hat. Es ist nicht nur der Prozess der Parteien alleine.“ Er befürwortet einen wesentlich transparenteren Stil, in dem es keine Unterschiede zwischen der Rhetorik und der Praxis gibt und empfiehlt als intendiertes Ergebnis der Mediation: Vereinigung, Anerkennung und Empowerment. 2)

Es scheint wichtig, die spezielle Struktur zu kennen. Im allgemeinen Stil besteht sie im Erzählen von Geschichten, danach kommt das spezifische Problem. Alle Beteiligten werden eingeladen, ihre jeweiligen Geschichten nach eigenem Gutdünken zu erzählen, wobei alle Partien einander zuhören sollten. Geschichten dürfen sich frei entwickeln, Botschaften werden nicht interpretiert. Andere Parteien dürfen keine Kommentare abgeben.

Die Mediation hat den Vorteil, dass die Parteien ihrem Realitätsfluss folgen dürfen, wobei Fakten und Daten wenig Bedeutung haben. Vergangenheit ist nur wegen der Gefühle der Konfliktparteien und ihrer nicht erfüllten Bedürfnisse wichtig. Erst dann wird zur Definition von Problemen übergegangen. Bei allen vier Stufenstilen sind Verhandlung, Brainstorming, Aushandlung und Einigung prinzipiell ähnlich.

Einigungsorientierter Stil

Dieser ist für die Anwendung im geschäftlichen Bereich gedacht. Er stellt eine Mutation des allgemeinen Modells dar, nur bittet man die Parteien zuerst ihre Positionen fest zu legen. Es wird gefragt, was passieren soll und in welche Richtung die Konfliktparteien gehen wollen. Damit wird ein enger Rahmen gesteckt, der wenig Raum für Kreativität und alternative Lösungen parat hat. Sehr technisch werden Probleme definiert, in einer Agenda oder einem Brainstorming werden Ideen gesammelt. Relevanz wird dabei vom Mediator eingeschätzt, der damit auch starke, hierarchische, soziale Kontrolle ausübt.
Kognitiv-systemischer Stil

Wenn das allgemeine Modell mit Emotionen arbeitet, ist das ein Instrument und eine die gewünschte Mediatorenhaltung, Menschen zu respektieren, zu akzeptieren. Im kognitiv-systemischen Modell liegt das Schwergewicht mehr auf der Entscheidungsfindung. Boserup erläutert dies in seinem Vortrag folgendermaßen: „Ich frage z.B. Herrn Schmidt: „Herr Schmidt, was wollen Sie?“ Und sehr oft erzählt mir Herr Schmidt, was er nicht will. Und ich werde ihn noch mal fragen: „Ich habe jetzt gehört, was Sie nicht wollen. Aber was wollen Sie eigentlich?“ Und Herr Schmidt wird auf einmal feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, hier eine Antwort zu geben, denn seine Probleme waren ja: „Das will ich nicht und das will ich auch nicht“. Und selten werden Menschen aufgefordert zu sagen, was genau sie wollen.“

Prominente kognitiv-systemische Mediatoren wie John Haynes und seine Nachfolger, Larry Fong (beide waren Präsidenten der Akademie von Familienmediatoren) waren mit diesem Stil sehr erfolgreich und haben Leuten gesagt: ‚Sehen Sie, wenn Sie Therapie brauchen, dann gehen Sie zu jemand anderem. Hier kriegen Sie keine Therapie.‘“


Der allgemeine Stil kann in jeder Art von Konflikt, aber nicht mit allen Arten von Parteien verwendet werden. Rund ein Fünftel der Parteien verfügt angeblich nicht über das Vermögen, Emotionen oder Empathie zu zeigen. Damit soll die Mediation nicht beendet werden, sondern es erscheint zweckmäßig, dann auf das kognitiv-systemische Modell überzugehen. Dieser Stil funktioniert nämlich gerade auch bei Menschen mit wenig Einfühlungsvermögen und wenig Empathie. Ein schönes Beispiel dazu sind Lehrer von schwierigen Kindern, bei denen der Rückgriff auf die kognitive Methode der Mediation adäquat erscheint.

Transformativer Stil

Einigung als einziges, intendiertes Resultat einer Mediation steht weit vor Anerkennung und Empowerment – das führte zu jenem transformativen Stil, der vielfach mit Joe Folger von der Universität Pennsylvania und Robert Bush 3) von der University New York verbunden wird. Vertreter dieses Stils vertreten die Auffassung, dass sie als Mediator Empowerment und Anerkennung einbringen können. Verständnis und Einigung folgen automatisch – ohne Fokus auf Einigung. Wer hier von Empowerment spricht, kennt es als „Übergang von der Konfusion zum Klaren, vom Ängstlichen zum Selbstvertrauen, von Desorganisation zum Fokus, vom Unsicheren zum klar Formulierten“. Ein Übergang vom Selbstschutz zur intensiveren Berücksichtigung der Wünsche der anderen und von der Zurückgezogenheit einer Verteidigungshaltung oder gar eines Totstell-Verhaltens hin zur Offenheit kann hier beobachtet werden. Der transformative Ansatz will jedenfalls auch als oberes Ziel tiefe und nachhaltige Veränderungen in den und zwischen Menschen bewirken.

Weitere stilistische Differenzierungen

In der Scrivener-Mediation geht es vornehmlich um eine protokollarische Funktion des Mediators – ähnlich einer Moderation. Die so genannte Supervisory-Mediation animiert die Konfliktparteien dazu, selbstständig nach Lösungen zu suchen und unterstützt diesen Prozess lediglich in einer Form der Supervision. Solche Mediationsstile sind vornehmlich bei Konflikten mit niederen Eskalationsstufen passend, weil sie bei höheren Graden der Eskalation einfach nicht mehr adäquat sind.

Eine Shuttle-Mediation kann nach dem Klassiker der „Pendeldiplomatie“ Verhandlung durch Vermittlung anbieten und anstreben, sie ist die Vorstufe zu einer Power-Mediation oder auch Muscle-Mediation. In dieser verbal impliziten Androhung von Macht und Gewalt wird der Pfad der Mediation in einer Art verlassen, wie es wahrscheinlich der Panzer im Vergleich zum Wanderer tut – Mediation verliert hier beinahe den Anspruch als korrekte Bezeichnung. Nur bei Konflikten mit allerhöchsten Eskalationsstufen, also bei Krieg, Bürgerkrieg und Terror soll diese Form noch als Bezeichnung gelten dürfen. Wenn das Mandat der UN-Truppen durch den Sicherheitsrat erteilt wird, kann sich der Power-Mediator (ein anderer Staat oder eine Gemeinschaft wie die EU beispielsweise) einbringen und mit der Deeskalation beginnen.

Die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg 4) bietet ebenfalls Wege der Konfliktbearbeitung durch einfühlsame Kommunikation und Ausdruck von eigenen Gefühlen, Bedürfnissen oder Bitten. Sie ist jedoch – wie zu zeigen sein wird – mehr ein Stilmittel in der Kommunikation zwischen Parteien anstatt alleiniger Ersatz für eine Mediation.

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1.2. Interkulturelle Mediation

1.2.1. Über den Umgang mit kulturellen Unterschieden

Kulturelle Zugehörigkeit ist Teil des Menschen. Es gibt also keine Konflikte ohne kulturelle Einflüsse, weshalb Mediation eigentlich ständig Kulturaspekte berücksichtigen müsste. Deym-Soden bezeichnet eine solche Mediation dann auch als „kultursensible Mediation, welche aus einer allgemeinen, Kulturübergreifenden aber auch einer kulturneutralen Mediation und kulturspezifischen Mediationselementen zusammengesetzt ist.“ In jedem Konflikt haben mehrere Kulturen ihren jeweiligen Anteil und Einfluss, und nur wenn diese in der Mediation berücksichtigt werden, können wir von einer multikulturellen Mediation sprechen.

In den meisten Mediationen müssten interkulturelle Aspekte mit berücksichtigt werden. Dies kann mit dem überall spürbaren Einfluss aus der Mobilität unserer Gesellschaft begründet werden, aber auch damit, dass Menschen aus verschiedensten Berufen und sozialen Schichten interagieren – solcher Art sind dann die interkulturellen Elemente einer Mediation.

Interessant auch die Überlegung, dass an der Grenze von interkultureller zu allgemeiner Mediation beide Mediationsformen voneinander lernen können. Meine Mediations-Lehrerin Deym-Soden unterlegt dies mit empirischen Erfahrungen aus der eigenen Praxis, wenn Erkenntnisse aus der interkulturellen Mediation deren Notwendigkeit bestätigen und so die allgemeine Mediation berühren.

Das additive Denkmodell der interkulturellen Mediation nach Deym-Soden ist jene ideale Mediation, in der eine Summe aus allgemeiner Mediation, Elemente der kultursensiblen Mediation für jede der beteiligten Kulturen sowie Elemente der interkulturellen Mediationsmethodik mit unterschiedlicher Gewichtung der jeweiligen Elemente zu finden sind.

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1.2.2. Kompetenz von interkulturellen Mediatoren

Wenn Kennzeichen des interkulturellen Konfliktes die unterschiedliche Gruppenzugehörigkeit der Konfliktteilnehmer mit unterschiedlichen Verhaltensweisen, Werten, Haltungen oder Glaubenssätzen ist, dann ist für den interkulturell kompetent und sensitiv kommunizierenden Mediator in der Regel größtmögliche Kenntnis der eigenen Kulturalität und der achtsame sowie respektvolle Umgang mit dem Fremden wichtig. Mit seiner Ambiguitätstoleranz wird er im Umgang mit den Konfliktparteien eben diese als Haltung anbieten und vermitteln.

So ergibt sich als wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen interkulturellen Mediator (Mediator in einem interkulturellen Konflikt), selbst in interkulturellen Begegnungen erfahren zu sein.

Das Eigenbild ist auch bedeutsam, weil der Mediator aus seinem Kulturkreis kommend wissen muß, wie seine Art, mit den Konfliktparteien umzugehen, auf diese wirken kann oder wird. Kennt der Mediator seine Sozialisation in einem bestimmten Kulturkreis nicht, so kann er selbst mit der besten Absicht und Haltung als Mediator versagen, weil er nicht willentlich oder gar unwissentlich Eskalationen bewirken kann, die selbst den Konfliktparteien nicht mehr entgehen können. Damit wird die Mediation und auch die Arbeit aller Mediatoren viel von der Anerkennung verlieren, die sie wie jeder andere Beruf braucht.

Im allgemeinen kann das westliche Modell der Mediation auch als ein deutlich aus einer individualistischen Kultur stammendes Werkzeug der Konfliktlösung und -vermittlung verstanden werden. In diesem Sinne ist es auch nicht eine „neutrale“ Methode, die weltweit einfach mit diesem Argument eingesetzt werden könnte. Vielmehr wird ein neutraler Mediator 5) in manchen Kulturkreisen „höchst ungewohnt sein“, wie dies Reif 6) mit ihren Erfahrungen im Wiener Integrationsfonds auch ausführt, insbesondere wenn sie auf kollektivistische Kulturausprägungen trifft.

Eine weitere, bedeutende Kompetenz interkultureller Mediatoren ist die Kenntnis der eigenen Kulturalität und der reflexive Umgang damit. Das schließt auch die eigene „Mediationsschule“ und den damit verbundenen blinden Fleck mit ein.

Die interkulturelle Mediation ist nicht nur ein Verfahren bei der Lösung von Konflikten unter der Vornahme notwendiger, kultureller Differenzierung, sondern die Bearbeitung der Konflikte muß so durchgeführt werden, dass diese Unterschiede berücksichtigt werden. Dies muß übrigens nicht immer Erfolg im Sinne des Abschlusses einer Mediation durch Streitbeilegung bedeuten. Der kompetent agierende Mediator wird die Deeskalation gerade bei interkulturellen Konflikten unter Umständen auch schon als Ziel erkennen und dies den Parteien vermitteln.

Als Beispiel dafür sind jene zahlreichen Konflikte durch fehlende politische Förderung der Integration von MigrantInnen in Zufluchtsländern zu nennen. Oft ist die Situation für alle Konfliktparteien nicht „lösbar“, indem ein Ausweg gefunden wird. Wenn nämlich in einem Wohnviertel mit Alteingesessenen größere Reibereien mit MigrantInnen entstehen, weil die kulturellen Unterschiede zu groß sind, so können beide Parteien oft nicht „aus ihrer Haut“ und zu der Tatsache des vielfach behördlich verfügten Zusammenlebens nichts tun oder dagegen unternehmen. Dann eben geht es darum, die Haltung der Konfliktparteien zu verändern und allein damit eine Deeskalation zu bewirken.

Der interkulturell kompetente Mediator kann sich in bestimmten Fällen bereits mit einer Deeskalation in der interkulturellen Mediation zufrieden geben und soll nicht unbedingt das Herbeiführen von Lösungen in den Vordergrund stellen.

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1.2.3. Wie sieht die interkulturelle Konfliktbearbeitung konkret aus?

Klar ist, dass es weltweit wahrscheinlich keine Methode geben wird, welche einheitlich für alle Kulturen passend eingesetzt werden kann. Bei der unüberschaubaren Anzahl von Ethnien und Gruppen sowie Firmen und Vereinen wäre es sehr unwahrscheinlich, wenn ein Werkzeug aus dem interkulturellen Mediatorenfundus mehrfach passen würde. Reframing, Kreativitätsmethoden, Shuttle-Mediation, Verwenden von Metaphern und Bildern (narrative Methoden) bis hin zum BIB-Modell (Beobachten, Interpretieren, Bewerten), das der Giraffensprache von Rosenberg 7) ähnelt: alles Schritte in der interkulturellen Mediation zur sensiblen Bearbeitung des Konfliktes.

Nach Peyron 8) sind die Formen der interkulturellen Mediation in Anlehnung auch an die Mediations-Stile die direkte Mediation, die erweiterte Mediation, die indirekte Mediation oder auch Pendeldiplomatie (Shuttle-Mediation), in manchen Fällen gesellt sich als ein weiteres Element noch die von ihr so genannte „mediative“ Konfliktberatung“ hinzu.

Bei der direkten Mediation treffen sich die Parteien und der Mediator am gleichen Ort, Vorgespräche können stattfinden oder auch Einzelgespräche als Vorbereitung absolviert werden. Für die erweiterte Mediation gilt nach Peyron, dass auch Sekundärparteien, also Familien und/oder Freunde geladen werden, wenn sie an dem interkulturellen Konflikt auch Anteil haben oder sich mit verantwortlich fühlen. Konstruktiv empfindet Peyron auch die indirekte, die Shuttle-Mediation – sie wird allerdings eher auf der Ebene der Bearbeitung internationaler Konflikte angewendet.

Eine Mischung aus erweiterter Mediation und Shuttle-Mediation würde ich auch bei Konflikten im Bereich der Ausländerintegration / Gastarbeitern oder Asylanten in ihrer neuen Heimat vorschlagen. Der Vorteil einer solchen Mischung besteht wohl darin, dass eine erweiterte Mediation die zusätzlichen Mitinteressenten an einem interkulturellen Konflikt – und das sind oft Familien und Freunde – leicht mitnehmen kann und die Mediation so durchgehend getrennt von diesen Mitinteressenten abgewickelt werden kann, bis sich die Parteien nach einer entsprechenden Deeskalation und Vertiefung einer möglicherweise bis dahin nicht bestanden habenden Ambiguitätstoleranz im geschützten Raum treffen können. Der Vorteil der Shuttle-Mediation besteht auch darin, dass aus Angst vor der Konfrontation mit dem Konfliktgegner direkte Mediationsverfahren abgelehnt werden oder sich im Augenblick der Begegnung möglicherweise als eskalierend herausstellen können.

Wesentlich mit Einfluss auf die Mediation kann dabei auch haben, ob diese Toleranz gegenüber dem Fremden / Anderen über die Kommunikation beziehungsweise den Kommunikationsstil selbst eingeleitet beziehungsweise gefördert werden kann. Nach meiner Meinung ist diese Ambiguitätstoleranz eine Haltung, die über den Kommunikationsstil gefördert wird. Die Kommunikation ist dabei „lediglich“ die nach außen sichtbar werdende innere Einstellung. Die von Peyron so genannte „mediative Konfliktberatung“ bietet wie in einer indirekten Mediation durchaus eine Möglichkeit zur Veränderung der Konfliktdynamik, auch wenn sie lediglich einer Partei angeboten und mit ihr durchgeführt wird.

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1.3. Phasen in der interkulturellen Mediation

In der interkulturellen Konfliktbearbeitung wird oft bereits in der Vorbereitungsphase zur Mediation die Schwierigkeit deutlich, mit der hier die Mediation als Verfahren zu kämpfen haben kann (was in sich eine Dichotomie ist): Die mangelnde Vertrautheit der Konfliktparteien mit dem Verfahren selbst, ebenso wie auch eine vollkommen unterschiedliche Art, mit Gefühlen umzugehen beziehungsweise diese zu zeigen oder zu verbergen; das „gewinnen wollen“, um nicht in der eigenen Ehre oder Würde verletzt zu werden: das alles sind Ablehnungsgründe für die Mediation, gegen die der interkulturelle Mediator mit vielen Vertrauen bildenden Maßnahmen hart arbeiten muß.

Die Vorbereitungsphase ist gerade in der interkulturellen Mediation von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Hier werden die Grundlagen für einen späteren Erfolg oder eine Ablehnung der Mediation gesetzt. Wie sensitiv sich hier der Mediator den Medianden nähert, prägt oft den weiteren Verlauf der Arbeit. Auch ein zweiter beziehungsweise Co-Mediator aus der Zielkultur ist vielfach hilfreich – wenn es solche Mediatoren oder ihnen gleichgestellte Personen (zum Beispiel „Weise“) in der Zielkultur gibt – in der achtsamen Bearbeitung des Konfliktes.

Während des eigentlichen Mediationsverfahrens spielen das Setting und die dazu festgelegten Regeln eine starke Rolle. Unter Setting verstehe ich hier auch beispielsweise das Festlegen bestimmter Grundregeln der Kommunikation, also ob die Konfliktpartien aus unterschiedlichen Kulturen sich gegenseitig zuhören und ausreden lassen wollen, oder ob es Zeichen von Interesse ist, wenn der andere Gesprächspartner den Satz bereits aufnimmt, während der eine noch spricht. Das selbe gilt für andere Vereinbarungen wie der Umgang mit Zeit - hier wird also das Verhältnis zur Pünktlichkeit angesprochen - beziehungsweise auch mit physischer Nähe oder Distanz im Dialog.

Die Bedachtnahme des Mediators auf den Einsatz transformativer oder allgemeiner, lösungsorientierter Mediationsstile poly- oder monochroner Formen der Konfliktlösung – letztere sind in den amerikanischen Phasenmodellen wiederzufinden – ist ebenfalls kulturspezifisch geprägt. Letztlich ist natürlich auch die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg eine Methode, wie sie in verschiedenen Phasen eines Konfliktes angewandt werden kann.

Bereichernd erscheinen jene Modelle, welche entweder über die paradoxe Intervention und/oder mit Humor arbeiten ebenso wie der narrative Stil. Meines Erachtens kann auch das Playback-Theater in der interkulturellen Mediation einen wunderbaren Platz finden: Anikó Kaposvári 9) und Ed Watzke, beide auch in der Mediation tätig, spielen hier mit einer kleinen Theatergruppe den Konflikt einfach nach und arbeiten so mit den Geschichten und Empfindungen der Konfliktparteien.

Für die eigentliche Mediationsarbeit gilt, dass mit größtmöglicher Sensitivität das jeweils passende Instrument der Konfliktbearbeitung flexibel vom Mediator zum Einsatz gebracht werden soll, entweder nacheinander oder parallel zueinander.

Drei Szenarien für den Bezug zu kulturellen Aspekten in der interkulturellen Mediation, die hier noch genannt werden sollen:

Ergänzend dazu wird bei interkulturellen Konflikten unter gewissen Umständen auch eine Werte-Attributierung nicht nur in Bezug auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner vorgenommen, sondern es werden mehrere „Brüche“ (Determinanten) betrachtet: dann kann sich zeigen, wie die unterschiedlichen Bedürfnisse von Menschen aus verschiedenen Kulturen eine so vielfältige Interessenslage erzeugen, dass diese Differenzen Schritt für Schritt abgearbeitet werden müssen, bevor in der Mediation weiter verfahren wird in Richtung auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner.

Die Komplexität der interkulturellen Mediation steigt mit der Anzahl der beteiligten Kulturen exponentiell an.

Erst im Abschluß der Mediation zeigt sich dann wie viel Bestand die erarbeitete Lösung hat: gerade beim interkulturellen Mediationsfall ist Nachhaltigkeit von prägnanter Bedeutung, sollen die Konflikte nicht wieder aufflackern. Dazu gehört, dass das Verhältnis der Konfliktparteien zu einer schriftlich oder mündlich getroffenen Vereinbarung geachtet werden muß.

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1.4. Kommunikation in der IKM

Den verschiedenen Kommunikaten in der Begegnung von Kulturen muss verstärkt Aufmerksamkeit zuteil werden, weil sie einerseits mit eine Grundlage für die Erkenntnis des Anderen und andererseits oft der Grund für einen Konflikt oder Mißverständnis sind. Ohne das Wissen und die Rezeptions- sowie Reflexionsfähigkeit des interkulturellen Mediators um die jeweiligen kulturellen Eigenheiten des Ausdrucks und einer entsprechenden Rezeptur im Umgang damit würden solche Kommunikate einen Konfliktlösungsprozeß sowie auch den Mediationsverlauf stark negativ beeinflussen – sogar torpedieren können.

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1.4.1. Ebenen der Kommunikation

Bei den Ebenen der Kommunikation 10) finden sich die verbale, die nonverbale, die para-verbale und die extra-verbale Kommunikation als Unterscheidungsmerkmale. Bei der verbalen Kommunikation geht es um den gesprochenen und/oder geschriebenen Text, bei der nonverbalen Kommunikation dreht sich alles um Gestik und Mimik, Haltung und Blickkontakt, es wird auf die Berührungen und Formen der Berührung geachtet. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen attributieren Gesten verschiedenste Bedeutungen. Im arabischen Raum wird zum Beispiel das Reichen der linken Hand zur Begrüßung als grobe Unhöflichkeit, ja als Beleidigung aufgefasst, weil sie als unrein gilt. Dazu gibt es ebenso viele Beispiele aus diversen Kulturkreisen, wie auch die körperliche Distanz in manchen Ländern ungleich größer als in anderen ist.

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1.4.2.

Für die para-verbale Kommunikation gibt es beim mündlichen Kommunikat das Kennzeichen der Lautstärke, des Rhythmus, das Lachen und auch die Pausen – im schriftlichen Erscheinungsbild äußert sie sich über Bilder selbst, Art und Zahl der Diagramme, Farben und auch das Format von Texten oder die Größe von Bildern.

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1.4.3.

Extraverbale Ebenen sind bei den schriftlichen Kommunikaten mit der Qualität des Druckerzeugnisses oder des Papiers – auch der Erscheinungsweise – erkennbar, im gesprochenen Wort geht es dabei um Zeit, Ort und eventuell sogar olfaktorische Aspekte, manchmal sogar um Licht oder um Kleidung des Sprechers.

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1.4.4. Arten der Kommunikation

Im folgenden möchte ich kurz die verschiedenen Einflüsse von Kommunikationsarten in der interkulturellen Begegnung darstellen, weil sie von großer Bedeutung für den Ablauf der interkulturellen Mediation sind, aber beim Einsatz der Gewaltfreien Kommunikation unterschiedliche Erfolge aufweisen könnten.

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1.5.

1.5.1.

Der Umgang mit der Zeit könnte im Kulturenvergleich Bücher füllen – ein amüsantes und zugleich erhellendes Buch schrieb dazu Robert Levine 11). Er führt darin aus, dass in Kulturen, in denen soziale Beziehungen Vorrang haben, eine entspanntere Haltung gegenüber der Zeit 12) zu bemerken ist. Seine Schlußfolgerung, dass kollektivistische Kulturen daher auch durch langsameres Tempo geprägt sind, prüfte er in einer Studie in 31 Ländern. Das Ergebnis daraus war tatsächlich, dass in individualistischen Kulturräumen das Tempo ungleich höher war als in kollektivistischen.

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1.5.2.

Der Umgang mit Zeit spielt verschiedentlich auch in das Thema der Macht hinein, wie das in Brasilien zum Beispiel der Fall scheint: wer dort unpünktlich erscheint, muß anscheinend besonders erfolgreich sein, nur den Pünktlichen scheint Erfolglosigkeit zu eigen zu sein. Auch Hofstede und Trompenaars untersuchen die Beziehung zur Zeit in verschiedenen Kulturen und stellen Unterschiede fest, auf die an dieser Stelle aus thematischen Gründen aber nicht näher eingegangen werden soll. Es scheint aber auch hier klar, dass solche verschiedenen Rezeptionen von Zeit Einfluss auf die interkulturelle Begegnung und damit auch Mediation haben.

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1.6. Kulturen im Umgang mit dem sie umgebenden Raum

Wie sich Kulturen im Umgang mit dem sie umgebenden Raum verhalten – das reicht von der Büroeinrichtung oder Sitzanordnung bis zur nachhaltigen oder ausbeuterischen Nutzung natürlicher Ressourcen – spielt in der interkulturellen Mediation ebenso eine wichtige Rolle, wie es der Umgang mit Macht und Hierarchie beziehungsweise auch sozialer Herkunft oder Ausbildung in der jeweiligen Gesellschaft ist. Auch wie die Geschlechterrollen in einer Kultur verteilt sind, kann in der interkulturellen Mediation von Einfluss auf die Konfliktparteien sein und ist daher vom Mediator gleichfalls mit in das interkulturelle Setting aufzunehmen.

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1.7.

Nach Hofstede 13) gilt auch der Unsicherheits-Vermeidungsfaktor als stark beeinflussend in der interkulturellen Kommunikation, weshalb er für die Mediation ebenfalls als bedeutsam herangezogen werden soll. Jene Kulturen, deren Augenmerk auf die Vermeidung von Unsicherheiten ausgerichtet ist – also in denen stark strukturierte Organisationen oder Institutionen vorherrschen oder sogar Beziehungen strukturiert werden, um Ereignisse leichter erklärbar und vorhersehbar zu machen – begeben sich paradoxerweise leichter in riskante Unternehmen im Sinne von Streitigkeiten mit ungewissem Ausgang als dies Kulturen mit niedrigem Unsicherheits-Vermeidungsfaktor tun würden. In seiner Analyse von IBM-Daten beschreibt er sogar die Auswirkungen dieses Unsicherheits-Vermeidungsfaktors auf den Verkehr in entwickelten Ländern. Je höher der Faktor ist, um so höher ist die Höchstgeschwindigkeit im Straßenverkehr und umso schneller fahren die Menschen in diesen Ländern – das produziert zwar mehr Tote im Straßenverkehr, aber das scheint ein „gewohntes“ und akzeptables Risiko zu sein.

Die Gefühle der Menschen scheinen dabei von einem Sinn für die Notwendigkeit von Stress und Überzeugung von der eigenen Wichtigkeit bestimmt zu sein. Länder mit niedrigeren Unsicherheits-Vermeidungsfaktoren scheinen weniger in Eile zu sein und die öffentliche Akzeptanz von niederen Geschwindigkeitsbegrenzungen ist wesentlich größer. Kenntnis der Zusammenhänge von Begegnungen verschiedener Kulturen mit unterschiedlichen Unsicherheits-Vermeidungsfaktoren ist daher in der interkulturellen Mediation ebenfalls von Bedeutung.

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1.8.

Eine der am stärksten wirkenden Unterscheidungen jedoch ist jene der Differenzierung von kollektivistischen und individualistischen Kulturen. Sie findet sich in der Literatur bei allen Protagonisten von Kulturmodellen und beschreibt eigentlich recht einfach die unterschiedlichen Ausprägungen der Kulturmerkmale: In der kollektivistischen Gesellschaft stehen die Interessen der Allgemeinheit über den individuellen Interessen. Das Privatleben ist weitgehend von den Beziehungen zur Gesellschaft geprägt, Meinungen werden durch die Gruppenzugehörigkeit determiniert. Kinder lernen in „Wir“-Begriffen, Harmonie wird bevorzugt und direkte Konfrontationen werden meist vermieden. Die Beziehungen zum Arbeitgeber werden wie in einer Familie gestaltet, Abschlussdiplome gewähren Zugang zu elitäreren Zirkeln, und Beziehungen stehen über Aufgaben. Das Privatleben ist durch die Zugehörigkeit zu Gruppen geprägt, und Gesetze und Rechtsprechung können – bezogen auf Gruppen – unterschiedlich sein

In individualistischen Kulturen wachsen die Kinder bereits damit auf, selbst für sich zu sorgen und allenfalls auf ihre direkte Verwandtschaft zu achten. Die Identität ist vollkommen auf dem Individuum basierend. Kinder lernen in „Ich-Kategorien“ zu denken und es gilt als ehrenhaft, seiner Meinung auch geradlinig Ausdruck zu verleihen. Abschlussdiplome sind zur Steigerung des persönlichen Marktwertes und Selbstwertgefühls notwendig. Die Beziehungen zu einem Arbeitgeber sind von wechselseitigem Profit auf Vertragsbasis gekennzeichnet, Aufgaben sind in jedem Falle wichtiger als Beziehungen zu anderen. Jeder hat das Recht auf seine private Sphäre, und es gilt gleiches Recht für alle.

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1.9.

JEDE(R ) INTERKULTURELL KOMPETENTE MEDIATORIN WIRD SICH AUFGRUND DER IHR / IHM ZUR VERFÜGUNG STEHENDEN MITTEL UND ERFAHRUNG KAUM VON KULTURTHEORETIKERN UND KULTUR-ERKLÄRUNGSMODELLEN LEITEN LASSEN: DAZU IST DAS VERSTÄNDNIS DAFÜR DASS WIR STÄNDIG IRGENDWELCHEN KULTUREN ANGEHÖREN UND DIESE AUCH ASSIMILIEREN, EINFACH ZU TIEF.

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1.10.

Mit all den unterschiedlichen Einflüssen auf die Kommunikation ist klar: die interkulturelle Kommunikation kann nicht auf gemeinsamen und kohärenten Handlungsmustern beruhen. Daraus folgt, dass dies auch die interkulturelle Mediation nicht kann, ebenso wenig wie eine gemeinsame Tiefenstruktur vorhanden sein kann. Es ergeben sich folgende Szenarien:

Aufgrund der fehlenden Plausibilitätsstrukturen zwischen den Parteien einer interkulturellen Interaktion beziehungsweise eines Konfliktes geschieht keine Verständigung auf gemeinsamer Basis. Der Mediator muß diese Verständigungsbasis erst mit geeigneten Mitteln herstellen.

Wenn die Codes in einer Konfrontation (also die vorhin erwähnten Merkmale eines Kommunikationsstils) ohne Reflexion auf die eigene Kulturalität mangelhaft dechiffriert werden, entstehen Missverständnisse und der Mediator muss in die Metakommunikation ausweichen.

Wird das Verhalten des Fremden im Konflikt erst einmal als fremd, aber kompatibel erkannt, kann das Anderskulturelle auch als Ergänzung und Synergiepotential verstanden werden. Möglich erscheint dies im interkulturellen Konflikt allerdings erst nach der Intervention durch den Mediator.

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1) Im Sinne von Rosenberg, der diesem Aspekt aber wesentlich mehr Aufmerksamkeit widmet und empfiehlt, über Gefühle zu sprechen, Bedürfnisse und Bitten aber gleichfalls zu artikulieren

2) Nach Meinung des Verfassers erscheint „Vereinigung“ als sehr starker Ausdruck, dem die Mediation in vorsichtiger Weise nicht gerecht werden sollte. Wesentlich erscheint mir, wie das auch Boserup schon erläutert, dass die Achtung vor dem Unterschied, dem Anderssein gestärkt wird, weil dieser Unterschied in den meisten Fällen Grund für einen Konflikt war.

3) Baruch Bush, Robert / Folger, Joseph P.: The Promise of Mediation, Josey-Bass, first edition, San Francisco 1994

4) Rosenberg, Marshall B., Gewaltfreie Kommunikation – Neue Wege in der Mediation und im Umgang mit Konflikten, aus dem Amerikanischen von Ingrid Holler, Junfermann Verlag, Paderborn 2003

5) Ergänzung des Verfassers: „und fremder“ (Mediator), weil neutrale Mediatoren nach der „Sulha“ sehr wohl gefragt sind. In dieser alten Tradition einer Konfliktvermittlung im arabischen Raum ist dies zivile Praxis und ehrenhaft für unbeteiligte Dritte = Neutrale von gleichem, gesellschaftlichen Status, als Vermittler zur Verfügung zu stehen.

6) Reif, Elisabeth, „Interkulturelle Mediation“ Seite 51 in Mehta, Gerda und Rückert, Klaus (Hrsg.) Streiten Kulturen?, Springer Verlag Wien 2004

7) Rosenberg verwendet die Begriffe „Beobachten, Gefühlsäußerung, Bedürfnisvermittlung, Bitte“ als jene Schritte in seiner Giraffensprache, welche die Gewaltfreie Kommunikation begründen.

8) Peyron, Consolata, „Viele Kulturen – ein Mediationsverfahren? Von der Notwendigkeit vielfältiger Ansätze, Methoden und Verfahren in der interkulturellen Konfliktverarbeitung“ Seite 147-161 in Mehta, Gerda und Rückert, Klaus (Hrsg.) Streiten Kulturen?, Springer Verlag Wien 2004

9) Trainerin und Mediatorin im interkulturellen Bereich macht gemeinsam mit Ed Watzke, dem „Sozionauten“ das Playback-Theater; die beiden sind in Wien stationiert (Anm. d. Verf.)

10) Niedermeyer, Manfred: Interkulturelle Kommunikation und Wahrnehmung, Kitzbühel 24. - 25.1.2003

11) Levine, Robert: „Eine Landkarte der Zeit – Wie Kulturen mit der Zeit umgehen“, aus dem Amerikanischen von Christa Broermann und Karin Schuler, 8.Auflage November 2002, Piper Verlag, München 

12) Zahllose Beispiele aus aller Welt erhellen den Umgang mit der Zeit in verschiedenen Kulturen wie bei den Kabylen in Nordafrika, dort werden Uhren als „Werkzeuge des Teufels“ angesehen. Man stelle sich aber auch vor, wie schwer sich ein auf Handlung und Zielerreichung ausgerichteter Mediator dann tut, wenn er mit Menschen aus Kulturen zu tun hat, in denen es durchaus üblich ist, Freunde zu besuchen und einfach dazusitzen, ohne wirklich eine Unterhaltung zu führen. Setzt sich da der Mediator dazu und schweigt ebenso? 

13) Hofstede, Geert, Cultures and Organizations, p.116, Profile Books Ltd, London 2003

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